ALLGEMEINE ATMOSPHÄRE IN HAITI

In Haiti geht das Leben wieder seinen Lauf. Man findet kaum noch sichtbar Spuren des Erd-bebens. Im Allgemeinen wurden die eingestürzten Gebäude abgerissen und der Schutt wegge-räumt. Die meisten Lager sind aus Port-au-Prince verschwunden. Es gibt noch Menschen in Zelten, aber unendlich viel weniger als vor zwei Jahren oder noch vor einem Jahr.

Die Bevölkerung lebt wieder in ihrer vorherigen Armut, wenn sie nicht noch ärmer sind, sie haben sich aber an die Situation angepasst. Die Stadt ist voller kleiner 'Plätze', an denen die Leute ihre Häuser wieder mit Materialien und rudimentärer Technik (unglücklicherweise) wie früher aufbauten, weil sie müde des Wartens auf eine hypothetische Hilfe waren, die nicht kam.
Es gibt wieder eine informelle Wirtschaft, Kaufleute und fliegende Küchen haben sich wieder entlang der Straßen und Wege angesiedelt.

Kurz gesagt, wir fanden überall Zeichen dafür, dass die Menschen zumindest einen neuen Anfang gemacht haben, wenn sie auch nicht vergessen haben und niemals vergessen werden.

 



SITUATION DER UNTERSTÜTZTEN STIFTUNG FEJ


Die Stiftungsgebäude (Schule, Krankenhaus und Kassaverie) haben nur wenig irreparable Schäden erlitten. Die Schülereltern kamen spontan, um den Schulhof und die von der Flut betroffenen Teile der Räume zu säubern: Sie räumten Tonnen von Schlamm weg, der sich abgesetzt hatte und inzwischen getrocknet und zu einer harten, kompakten Kruste geworden war. So konnten die Kinder schnell wieder zum Unterricht kommen.



Das große Problem war die Sicherheit.

Wie Sie alle wissen, waren in der Tat die Umgebungsmauern um die

Anlage herum durch die Wassermassen, die durch die Straße fluteten,

zerstört worden. In manchen Bereichen besteht der Boden teilweise

nur noch aus einer dünnen Erdschicht, die Straße liegt jetzt 2 Meter

tiefer. Ein Teil des Spielplatzes für die 1. Klasse und den Kindergarten

ist jetzt sehr gefährdet. Daher fanden die Klassen anfangs im

Refektorium (Speisesaal) statt.

Außerdem muss man in Haiti (in Lamardelle ebenso wie sonst überall)

hinter hohen Mauern leben und arbeiten, um vor der ständigen Gefahr

durch Diebe und Überfälle geschützt zu sein. Der gesamte Komplex

war jedoch Tag und Nacht für jedermann offen und zugänglich!
Eine weitere und sofortige Sicherung der Anlage war daher notwendig,

ohne dass man auf die endgültige Lösung hätte warten können.
Aus diesem Grund haben wir die Aufstellung eines Zauns aus starkem Holz und Stahlblech zur Umfriedung der Anlage finanziert, um Kinder und Erwachsene von Gefahren abzuschlie-ßen; die Kleinen konnten jetzt wieder in ihre Gebäude und auf ihren Teil des Spielplatzes. Das ist sicher noch keine Betonanlage, Arbeit und Material sind jedoch in guter Qualität und werden die notwendige Zeit überdauern.


Ausblick zur Reparatur der Strassen durch die „öffentliche Hand“
Ein Ingenieur vom Ministerium für Öffentliche Arbeiten besuchte die Anlage, um die Situati-on zu bewerten und die Stiftungsleiter inoffiziell zu beraten. Sicher kommt ein Wiederaufbau der Mauer nicht in Frage, so lange für die Reparatur der Straße selbst keine dauerhafte Lö-sung gefunden wird (das liegt im Verantwortungsbereich des Staates oder zumindest einer mächtigeren und reicheren Organisation als wir es sind ...). Außerdem hat das US-Hilfsprogramm ein Konsolidierungsprojekt für den White River-Damm gestartet, der unter dem Druck des Regenwassers nachgegeben hatte. Man hat die Arbeiten aber noch nicht abge-schlossen; z.Zt. kann man nur von einem ‚Löcherstopfen’ sprechen.
Diese Sorge bleibt also bestehen, denn die Regenzeit kommt näher und man fürchtet eine Wiederholung der Ereignisse. Sollte dem so sein, dann würde das Wasser dem bereits durch das Wasser gezogenen Weg folgen und dieselben Schäden anrichten.
Der erste Schritt muss also der Abschluss der Dammkonsolidierung sein, in einem zweiten folgen dann die Reparatur der Straße oder die Konsolidierung seiner Wände um ein Zusam-menstürzen zu verhindern. Erst danach kann man für die Wände eine endgültige Lösung ins Auge fassen.



Ausblick für die Region

Wir können nur hoffen, dass keine neue Flut vorher eintritt,

denn die Umwelt war so hart getroffen. Ein zweites Mal könnte die

Umwelt das nicht überdauern. Manche Felder sind in der Tat

verschwunden: die gesamte dünne Oberflächenschicht wurde vom

Wasser wegge-schwemmt. Jetzt ist da eher eine Steinwüste.

Unser Orientierungssinn war dadurch so beein-trächtigt, dass wir

manchmal nur mit Mühe den Weg zu bestimmten Stellen fanden.

Das zeigt, wie sehr die Bauern gelitten haben! Sie haben nicht

nur ihre Häuser und die wenigen Habseligkeiten durch die quer

durch ihre Häuser verlaufende Flut verloren. Sie verloren auch ihre

Ernte und sogar einen Teil ihres Landes. Sie krempelten jedoch die

Ärmel hoch und, wo immer möglich, begannen sie schon mit der

Aussaat und dem Pflanzen. So sind nun die Felder schon mit einem

kleinen Grün bedeckt. Die ihre Häuser verloren haben, wurden von Familienangehörigen aufgenommen, die selbst noch ein Dach über dem Kopf hatten, zumindest für die Zeit, bis sie ihre kleinen Häuser wieder aufgebaut haben.
Natürlich haben es manche Familien vorgezogen, wegzuziehen und sich Verwandten anders-wo anzuschließen. Die Mehrzahl ist jedoch geblieben. Die Ärmsten erhielten Lebensmittelhil-fen. Sie benutzen jetzt sogar die alte Straße, nunmehr zwei Meter tiefer und graben in die Wände Nottreppen um von einer Seite zur anderen zu kommen.
Ihre Energie ist beeindruckend, so schnell nach der Katastrophe; ich glaube aber, dass man, wenn man sich nur auf sich selbst verlassen kann, keine Zeit mit Selbstmitleid über sein Schicksal verschwendet, wenn man überleben will. In dieser Hinsicht sind die Haitianer sehr stark.


Doch jetzt zu den durchweg positiven Nachrichten aus unseren Projekten.
Wir haben uns sehr über den Fortschritt in allem, was wir letztes Jahr zusammen in Lamardel-le mit angestoßen haben, gefreut.


1. DIE KASSAVERIE
Die Kassavabrot-Produktion befindet sich auf einem guten Weg.
Fünf Frauen wurden vor einem Jahr in den Gebrauch der Einrichtung eingewiesen, trainiert und sind jetzt gut eingeführt. Mit Hilfe eines kleinen Startkapitals für den Kauf der Zutaten bildeten sie eine Mini-Kooperative. Ihr erster Kunde ist die Schule, die von ihnen (zwar zu einem Vorzugspreis, der ihnen dennoch einen guten Verdienst ermöglicht) das Frühstück für die Schulkinder bezieht. Weitere Kunden sind die beiden FEJ-Waisenhäuser. Ein weiterer, kleiner Schritt ist, dass nunmehr auch die Stiftungsmitglieder Child Jesus bei ihnen kaufen. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass ihre Produkte sehr gut sind.
FEJ erkundet jetzt neue Märkte für sie: Restaurants, Caterer (Mini-Kassavas als Zakouski–Beigabe), weitere Waisenhäuser, Schulen und auch Einzelpersonen.

Wie versprochen, haben wir den Kauf eines Esels für den Transport

der Kassava-Wurzeln (sehr schwer) finanziert.

Die Kassaverie steht den Frauen kostenlos zur Verfügung.

Dafür sorgen sie für deren guten Zustand: Jedes noch so kleine

Problem muss sofort an den Verwalter der Stiftung gemeldet werden,

damit dann das Entsprechende vorgenommen werden kann.
Auch bestimmte Gesundheitskriterien sind einzuhalten: sie müssen

eine Schürze, ein Kopf-tuch und Handschuhe tragen, wenn sie die

Produkte mit bloßen Händen berühren wollen.
Für ihr Produkt wählten sie den Namen „Kassav Pam“, was

'mein eigenes Kassava-Brot' be-deutet. Sie sind sehr stolz darauf.

Der Erfolg dieses Projekts erfreut uns in mancherlei Hinsicht:
- Natürlich, weil die Schulkinder das Produkt essen
- weil Brot jetzt langsam nicht mehr auf die FEJ-Tische kommt und

dafür hundertpro-zentig durch ein örtliches Produkt ersetzt wird,

anstelle des (importierten) Weißbrots
- weil die Pflanzung von Kassava in diesem Bereich wieder aufgenommen wurde, zu-mal jetzt die Bauern einen Abnehmer haben
- und zuletzt, weil mehrere Frauen aus der Gemeinschaft von Lamardelle das erste Mal ihre Kräfte zu gemeinsamer Arbeit, mit gemeinsamen Kosten und für einen gemein-samen Profit zusammenfassen. Das ist ein bedeutsamer Bruch mit der dort üblicher-weise vorherrschenden ultra-individualistischen Mentalität: Und wer weiß, ob sie nicht Nacheiferer finden? Auf jeden Fall gibt es Platz für ein zweites Team und sie sind bereit, ihre Erfahrungen zu teilen.



2. DAUERHAFTE STROMVERSORGUNG
Im Januar 2010 wurde durch ESV zusammen mit Energy Assistance das Projekt gestartet. Unser Ziel war eine ausreichende und dauerhafte Energieversorgung für einige wichtige Schul- und Krankenhaus-Einrichtungen in Lamardelle mit Hilfe des Einbaus von Photovolta-ikpanels, Reglern, Batterien und Wechselrichtern sicherzustellen und die Schaffung eines gesicherten Sekundärnetzes für die wichtigsten Geräte und die Anpassung an das vorhandene Netz. Die Energy Assistance ist eine NGO, die Elektrifizierungsprojekte auf Freiwilligenbasis durchführt. Projekte werden entsprechend gewisser spezifischer Kriterien, auch humanitärer Art, und mit entsprechender Teilnahme der Begünstigten an der Durchführung ausgewählt.

ESV-Haiti und FEJ unternahmen Folgendes:
- Zurverfügungstellung der gesamten notwendigen Informationen für Energy Assistance zur Durchführung einer Vorstudie;
- Ausheben von Gräben zwischen den Panels, den Batterien und den Gebäuden auf der gesamten Netzstrecke;
- Zurverfügungstellung eines sicheren und belüfteten Raums zur Lagerung der Ausrüs-tung;
- Feststellung von sicheren Transportmitteln für die Ausrüstung aus Belgien, sichere Entgegennahme und Lagerung der Solarpanels bis zur Ankunft des Ingenieurteams;
- Zurverfügungstellung von Arbeitskräften zur Mithilfe bei der Vollendung des Projekts zusammen mit dem Energy Assistance-Team;
- Verpflichtung zu einer späteren Wartung der Ausrüstung auf der Grundlage eines von Energy Assistance festgelegten, genauen Managementverfahrens;
- Organisation der Logistik vor Ort (vorheriger Kontakt mit dem örtlichen Provider, Transport und Unterbringung des Teams…)
- Finanzieller Beitrag zum Betrieb: ESV-finanzierte Panels.

ENERGY ASSISTANCE unternahm Folgendes:
- Durchführung der Projektstudie und Untersuchung der Belastungsvorgaben für die Ausrüstung;
- Zurverfügungstellung der für die Durchführung des Projekts erforderlichen elektri-schen und technischen Ausrüstung;
- 3 Freiwillige, Ingenieurexperten, für die notwendige Zeitdauer (sie blieben zwei Wo-chen auf der Anlage). Die besondere Aufgabe der Experten umfasste Folgendes:
• Allgemeine Organisation und qualitätvolle Durchführung der Arbeit;
• Kontrolle und Abnahme der Arbeiten;
• Training des Technikteams zur Wartung der installierten Ausrüstung.

Wir müssen zugeben, dass die Vorbereitungsphase der Datensammlung

sich besonders schwierig gestaltete. So besichtigte Pierre Gontier

(ESV-Vorsitzender) im Januar 2012 die gesamte Anlage, um die

Ausrüstungen aus Schule und Krankenhaus, den Verbrauch eines jeden

Gegenstandes und Verwendung und Lage aufzulisten, er suchte die

ideale Stelle für die Panels zur optimalen Stromproduktion, für die

Lagerung der Batterien, UPS... aus). Er maß die Abstände zwischen

den Gebäuden (für die Schätzung der notwendigen Menge an Drähten

und für den Stromverlust) zusammen mit FEJ, um dann zu entscheiden,

welches Gerät Priori-tät hatte und welches für die Sekundärverwendung

bestimmt wurde... So konnten wir den Energy Assistance-Ingenieuren

alles mitbringen, was sie für ihre Untersuchung benötigten.

Im März 2012, also ein Jahr später, war das Projekt schließlich abgeschlossen. Seitdem si-chern 16 Panels und 12 Batterien der Schule und dem Krankenhaus eine reibungslose und dauerhafte Stromversorgung. Man musste den Generator nicht einmal einsetzen, auch nicht nach dem Hurrikan Sandy, als die Versorgung aus dem öffentlichen Netz unter der Woche nur mehr unregelmäßig und wenig gewährleistet war.

 

3. SCHUL-SPIELPLATZ
Bei unserem Aufenthalt ab Januar 2012 wurden wir auf die riesige Staubmenge aufmerksam, die beim geringsten Luftzug auf dem Boden des Schulhofs aufwirbelt. Sie macht die Atmung während der Pausen unmöglich…
Die Büroausrüstung wird beschädigt, und es gibt dadurch

viele gesundheitliche Probleme bei den Kindern : häufige

Bindehautentzündungen, Bronchitis oder Hautinfektionen.

Die einzige Lösung war den Hof zu pflastern.

Das war wegen der Größe des zu pflasternden Bereichs ein

sehr teures Projekt. Dazu kamen der Untergrund und die Drainagen,

die einzubauen waren, um sicherzustellen, dass nicht der erste

schwere Regen alles zerstört. Und so begann im Juli 2012 die

Arbeit. Das Ergebnis ist all unsere Anstrengung wert.

Es ist eine Freude, während der Pause im Schatten der Bäume

zu sitzen (sie wurden sorgfältig be-wahrt) und die klare Luft

einzuatmen. Glück und Stolz der Kinder und ihrer Lehrer waren

Belohnung genug.

 

 

 


4. BIBLIOTHEK
Endlich! Die Bibliothek ist geöffnet und funktioniert! Das war das Ereignis für die Kinder unter Aufsicht der neuen Bibliothekarin Islande (* sie ist eine der Frauen, die mit dem von der Stiftung nach dem Erdbeben aufgestellten Programm für Frauen mit Behinderungen bedacht wurden)…
Die Bibliothek ist noch nicht gefliest. Das ist aber unser nächstes Ziel. Jeden Nachmittag nach der Schule war die Bibliothek voll. Ich muss gestehen, dass es mit einem kleinen Kartoon endete... Ich war dabei, als sie das 'Dschungelbuch' anschauten: unvergesslich! Jede Klasse geht zweimal die Woche für eine Stunde zum Lesen oder Geschichtenerzählen in die Biblio-thek.

 


5. KLASSEN
Wie jedes Jahr haben wir in den verschiedenen Klassen mehrere Stunden besucht. Pierre übernahm sogar eine aktive Rolle, denn er war ein fleißiger Creol-Schüler in der 1. Primär-klasse, wobei ihm viele der kleinen Kameraden so viel wie möglich halfen.
In der Pädagogik fand eine ausgezeichnete Entwicklung statt. Seit dem Sommerpraktikum in TipaTipa, wo die Lehrer aus der 1. und 2. Primärklasse mit den Kindergartenkollegen zu-sammenkamen, sind diese beiden Klassen noch lebhafter und beteiligen sich noch mehr. Die Kinder sprechen frei; wenn nötig, schaffen die Lehrer schnell wieder Ruhe, indem sie die überschüssige Energie wieder auf das Lernen richten. Auch haben die Lehrer durch die Fort-setzung ihres Erziehungsprogramms und den Besuch von Kursen, die vom Nationalen Erzie-hungsministerium veranstaltet wurden, und auch in Privatinstitutionen, weiter Fortschritte gemacht.

Insgesamt spürt man eine wirkliche Kraft bei den Schullehrern. Sie sind lernbegierig, sie lie-ben ihre Arbeit und wollen offensichtlich das Beste im Interesse der Kinder.

Wir haben jedoch gewisse Schwierigkeiten beim Übergang vom Kreol

zum Französischen festgestellt, wenn die Kinder in die 3. Klasse

kommen. Der Übergang ist nicht so progressiv und nicht genug

vorbereitet.
Wenn eine Stunde auf Französisch gegeben wird, dann werden

die Kinder sofort mit Handbü-chern in Französisch konfrontiert.

Sie müssen die Lektionen in der neuen Sprache lernen.

Das Ergebnis ist dann reines Auswendiglernen ohne zu verstehen.

Deshalb glauben wir, dass die Förderung des Mündlichen in Französisch

in der 1. und 2. Klasse gesteigert werden muss. Die 3. Klasse sollte als

Konsolidierjahr für das mündliche Französisch angesehen werden,

genau-so wie den Anfang ihres Lernens des geschriebenen Französisch.

Deshalb sollte dem Lernen der französischen Sprache Vorrang vor dem

Auswendiglernen während der Lektionen in den Klassen gegeben

werden, um so zu gewährleisten, dass die Schüler zu Beginn der

4. Klasse selbst voran kommen können.

 


SCHUL-KANTINE
Bei unserem Besuch im Januar 2012 kam Danielle Fridel, Vorsitzende der „Friends of Foun-dation Enfant Jesus“ (französische Schulpartner) mit uns nach Lamardelle. Sie war ebenso wie wir geschockt von der Eintönigkeit und Ärmlichkeit des Essens für die Kinder.
Deshalb stellte sie ein Programm auf, das den Einkauf der Lebensmittel in Haiti direkt und unter ihrer Aufsicht finanziert. Seitdem sind die Menüs vielfältiger, ausgeglichen und schmackhaft. Sie beinhalten frisches Gemüse und Proteine. Wir teilten bei verschiedenen Ge-legenheiten die Mahlzeiten mit ihnen und es war

wirklich ausgezeichnet. Die Kinder haben eine sichtbar bessere

Gesundheit, offensichtliche Anzeichen für Mangeler-nährung wie

Haarverfärbungen sind selten geworden. Kurz gesagt: das ist ein

großer Erfolg! Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die Lebensmittel

in Haiti gekauft werden, das hat eine positive Wirkung auf die örtliche

Wirtschaft. Ich denke, wir sollten dem Beispiel von AFEJ folgen und,

unsererseits, den Kauf der Schulzulieferungen in Haiti finanzieren,

was wir sonst in Frankreich, Deutschland und Belgien gekauft und

per Container nach Haiti versandt haben. Auch wenn die Preise hier

niedriger sind, so müssen doch die Transportkosten berück-sichtigt

werden. Vor allem nehmen wir dem lokalen Markt einen Kunden, der

eigentlich ihr Kunde sein sollte. Dies ist kein ESV-Programm, es muss

aber erwähnt werden.

Wir möchten daher dem AFEJ einen herzlichen Applaus spenden!


 


Ausblick auf 2 wichtige nächste Projekte

Klassenzimmer
Ein Projekt gilt den Klassenzimmern, die endlich gefliest werden sollten, da der Zementboden dem Aufkratzen durch die Stühle wenig standhalten kann. Die schlechte Beschichtung verur-sacht überall staubige Fehlstellen. Dazu kommt, dass die Räume heller und freundlicher wä-ren.

Praktika für die Haitianischen Mitarbeiter der Schule in Belgien
Ziel ist zunächst die Organisation eines Praktikums von Alex Dorisca in Belgien während des ersten Vierteljahres 2014. Er ist Mitglied des School Management Komitees und wird eines Tages Direktor werden. Es soll ein Beobachtungsaufenthalt in einem oder in mehreren Kin-dergärten und in Primärschulen in Belgien sein. Er kann dabei andere Lernmethoden und un-terschiedliche Arten kennenlernen, wie man an Kinder herangeht. Wir glauben, dass der Nut-zen für die Schule substantiell sein wird. Alex war selbst Schüler in der Schule von Lamardel-le und setzte seine Studien in der Sekundärschule von Croix-des-Bouquets fort. Danach wurde er Lehrer in der Schule von Lamardelle, hatte aber zunächst keine klassische Lehrerausbil-dung (eine Ecole Normale)
[Anm.d.Ü.: Das französische System nutzt die mehrklassigen 'Ecoles Normales' zum Ablegen des Abiturs bei gleichzeitiger und nach dem Abitur fortgesetzter Lehrerausbildung].

Auf seine Bitte hin haben wir einer Finanzierung seiner weiteren Studien zugestimmt. Daher befindet er sich z.Zt. in der 3. Klasse der Ecole Normale und will bis zu einem akademischen Grad (Lizenz) weitermachen, was die geforderte Qualifikation für eine offizielle Bestellung als Schuldirektor ist.
Alle Schüler betrachten Alex Dorisca als ein Beispiel für jemanden aus ihrer Gemeinschaft, der nicht nur das Maximum aus seiner Erziehung gezogen hat, sondern auch unter ihnen ge-blieben ist und ihnen dieselbe Gelegenheit bietet.
Wenn wir eine Schule finden, die bereit ist, ihn in Brüssel oder in der Umgebung aufzuneh-men, dann können wir ihn bei uns zuhause unterbringen. Wir benötigen aber noch Mittel für seine Reise und für kleinere Ausgaben (Transport, Schulzubehör, Essen außer Haus, Man-tel…)







 

BESUCHBERICHT